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Die Atkins Diät spaltet die Geister

April 15th, 2009 · No Comments

Die Atkins Diät wurde nach ihrem Erfinder, dem Arzt Dr. Robert Atkins, benannt. Sie unterscheidet sich sehr stark von anderen Diäten, wird oftmals als Schlemmer-Diät bezeichnet. Denn laut Ansicht von Atkins sind Kohlenhydrate, wie sie in Nudeln, Brot oder Kartoffeln vorkommen die wahren Dickmacher. Auf diese Nahrungsmittel soll bei der Atkins Diät ebenso verzichtet werden, wie auf Süßigkeiten oder Reis. Außerdem soll der Genuss von Obst und Gemüse stark eingeschränkt werden. Erlaubt hingegen sind Fisch, fettes Fleisch und Käse, sogar Eier. Also eigentlich all die Dinge, die andere Diäten verbieten.

Experten jedoch betrachten die Atkins Diät mit gemischten Gefühlen. Zum Einen ist die Ernährung sehr einseitig, so dass sie kaum von jemandem lange durchgehalten werden kann. Außerdem entsteht ein drastischer Vitaminmangel, da die Aufnahme von Obst und Gemüse ja stark eingeschränkt werden soll. Dieser lässt sich nach Ansicht von Atkins über spezielle Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen. Bezeichnend ist, dass diese Mittel hauptsächlich nur im hauseigenen Shop des Arztes vertrieben werden und der Mindestbestellwert hier 100 US-Dollar beträgt. Man kann also berechtigte Zweifel an der Wirksamkeit dieser Diät und der Nahrungsergänzungsmittel haben.

Studien wurden zwar ebenfalls durchgeführt und haben vier verschiedene Gruppen untersucht. Das Interessante dabei: Die Gruppe, die sich nach der Atkins Diät ernährte, nahm in den ersten Monaten deutlich schneller ab, als bei herkömmlichen Diäten. Nach einem Jahr jedoch sank der Gewichtsverlust in der Summe wieder ab. Die Gruppe, die die Atkins Diät nutzte, nahm also wieder vermehrt zu. Diese Aussagen können zwar nichts beweisen, da nur wenige Teilnehmer bei der Studie dabei waren und auch nicht alle die Atkins Diät durchhielten, dennoch regen sie zum Nachdenken an.

Klar ist auch, dass selbst die größten Schleckermäuler nach einiger Zeit Speck, fetten Käse, Fleisch und Fisch nicht mehr sehen, geschweige denn essen können. Sie sehnen sich dann oft nach etwas Frischem und Gesundem, wie etwa Obst oder Gemüse. Auch Nudeln und Reis, Kartoffeln und Süßigkeiten fehlen irgendwann. Rückfälle auf die „verbotenen“ Lebensmittel sind damit quasi vorprogrammiert. Bezeichnend ist auch, dass der Erfinder der Atkins Diät im Alter von 72 Jahren verstorben ist, und zu diesem Zeitpunkt war er übergewichtig, hatte also einen Body-Mass-Index von mehr als 30.

Des Weiteren warnen Ärzte und andere Experten vor der Atkins Diät, da diese viel zu einseitig ist und man sich nicht ausschließlich von fetten Lebensmitteln ernähren könne. Die Zufuhr von Obst und Gemüse wird zu sehr vernachlässigt, der Vitaminmangel kann gefährliche Folgen für die Gesundheit haben. Außerdem wird die Atkins Diät in der Regel nicht langfristig durchgehalten, sie kann also kaum zu dauerhaften Erfolgen führen, sondern vielmehr ist es so, dass man bei dieser Diät häufiger unter dem Jojo-Effekt leidet. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, eine komplette Ernährungsumstellung ist deshalb laut Experten deutlich besser für die dauerhafte Gewichtsreduktion geeignet, als die Atkins Diät. Denn hier besteht immer die Gefahr, dass es zu Rückfällen kommt und man seiner Gesundheit eher schadet, als nutzt.

Bevor man sich also auf die Atkins Diät einlässt, sollte man das Ganze kritisch überprüfen, denn eine wirklich sinnvolle Diät stellt diese wohl kaum dar. Wichtiger wäre es, sich von vornherein eine Ernährungsumstellung vorzunehmen, mit Hilfe derer man dauerhafte Erfolge erzielen und seiner Gesundheit etwas Gutes tun kann. Außerdem darf der Sport natürlich nicht vernachlässigt werden, denn körperliche Bewegung ist besonders wichtig, wenn man abnehmen möchte. Die Atkins Diät kann also maximal für wenige Tage oder Wochen einen ersten Schritt in die richtige Richtung geben, als dauerhafte Diät eignet sie sich allerdings nicht. Dessen sollte man sich stets bewusst sein. Speziell sehr stark übergewichtige Personen müssen bedenken, dass bei der Atkins Diät die Gefahr besteht, dass sich die Blutfett- und Cholesterinwerte drastisch erhöhen, was alles andere als gesund ist.